Warum ich manchmal keine Musik im Workshop spiele

Warum ich manchmal keine Musik im Workshop spiele

In fast jedem Yoga-Studio, jedem Meditationsraum, jeder Wellness-Oase läuft Musik. Sanfte Klänge, Naturgeräusche, tibetische Klangschalen. Es klingt schön. Es fühlt sich gut an. Und genau deshalb spiele ich keine Musik.

Die Stille als Übung

Stille ist unbequem. Sie legt offen, was wir sonst überdecken — die Unruhe im Kopf, das Zucken im Körper, die Ungeduld. Musik nimmt uns diese Konfrontation ab. Sie füllt den Raum mit etwas Angenehmem und gibt uns das Gefühl, dass wir bereits entspannt sind.

Aber Qi Gong ist keine Entspannungsübung. Es ist eine Übung der Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit beginnt dort, wo die Ablenkung aufhört.

Was passiert ohne Musik

Wenn der Raum still ist, hörst du deinen Atem. Du hörst, wie deine Füße den Boden berühren. Du hörst vielleicht den Verkehr draußen, oder das Knarzen des Bodens. All das ist Teil der Übung — nicht Störung, sondern Wirklichkeit.

Die Stille ist nicht leer. Sie ist voll von dem, was wir sonst überhören.

In dieser Stille passiert etwas Erstaunliches: Der Körper beginnt, seine eigene Musik zu finden. Den Rhythmus des Atems, die Melodie der Bewegung. Dafür braucht es keine Lautsprecher.

Kein Dogma

Ich sage nicht, dass Musik schlecht ist. Zuhause höre ich gerne Musik. Aber im Workshop schaffe ich einen Raum, in dem es nichts gibt, was von der Übung ablenkt. Keinen Soundtrack, der vorgibt, wie man sich fühlen soll.

Die Stille ist mein Geschenk an die Teilnehmer. Auch wenn es sich anfangs nicht so anfühlt.